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Friaul

Sehenswürdigkeiten im Friaul

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Sehenswert

Sehenswürdigkeiten im Friaul für Motorradfahrer

Cividale del Friuli geht auf die von Julius Caesar gegründete Römersiedlung Forum Iulii zurück, aus deren Namen sich die Bezeichnung Friaul ableitet. Der Ort trägt UNESCO-Welterbe-Status als Teil der Stätte „Die Langobarden in Italien". Sehenswert sind der Langobardentempel und die Teufelsbrücke, die in einem hohen Bogen den Fluss Natisone überspannt. Vom Brückengeländer sieht man das grüne Wasser tief unten in der Schlucht.

Palmanova ist eine venezianische Sternfestung aus dem späten 16. Jahrhundert. Der Grundriss bildet einen neunzackigen Stern mit sternförmig angeordneten Wällen und einem sechseckigen Hauptplatz im Zentrum. Die Festung gehört zum UNESCO-Welterbe „Venezianische Verteidigungsanlagen". Wer aus der Luft schauen könnte, sähe die vollständige geometrische Anlage; vom Sattel aus fährt man durch die alten Torbauten ein.

Aquileia war eine bedeutende römische Stadt und später Sitz eines Patriarchats. Die Basilika bewahrt einen der größten frühchristlichen Bodenmosaike des Abendlandes. Auch die Ausgrabungsflächen der antiken Stadt sind zugänglich. Die Anlage steht seit 1998 auf der UNESCO-Welterbeliste.

Udine ist die historische Hauptstadt der Region. Der zentrale Platz Piazza della Libertà zeigt venezianische Architektur, darüber liegt der Schlosshügel mit Blick über die Ebene bis zu den Alpen. Venzone ist eine mittelalterliche Stadt mit vollständig erhaltenem Mauerring; nach dem schweren Erdbeben von 1976 wurde der Ortskern originalgetreu wieder aufgebaut. Über Gorizia thront die Burg Gorizia auf einem Hügel, von dem der Blick bis zur nahen slowenischen Grenze reicht.

Kultur & Sagen

Sagen, Geschichte & Kultur entlang der Route

Nach dem Einfall der Langobarden im Jahr 568 wurde Forum Iulii, das heutige Cividale del Friuli, zum ersten langobardischen Herzogtum auf italienischem Boden. Aus dieser Zeit stammen der Langobardentempel und Objekte im Nationalen Archäologischen Museum der Stadt. Die langobardische Herrschaft prägte den Namen und die frühe Geschichte des Friaul über zwei Jahrhunderte.

Der Erste Weltkrieg hinterließ an der Isonzofront tiefe Spuren. Entlang des Flusses Isonzo, auf Slowenisch Soča, tobten zwölf Isonzoschlachten zwischen italienischen und österreichisch-ungarischen Truppen. Am Ort Redipuglia steht das größte italienische Kriegsdenkmal, ein monumentales Beinhaus mit den Gebeinen von mehr als hunderttausend Gefallenen. Weiter östlich, jenseits der heutigen Grenze bei Kobarid, erinnert ein Museum an die als Durchbruch von Karfreit bekannte zwölfte Schlacht.

Im Friaul wird neben Italienisch das Friaulische gesprochen, auf Furlanisch Furlan. Es ist eine eigenständige rätoromanische Sprache und mit dem Ladinischen der Dolomiten sowie dem Bündnerromanischen der Schweiz verwandt; es ist kein italienischer Dialekt. In den östlichen Tälern um Gorizia lebt zudem eine slowenischsprachige Minderheit, in einzelnen Bergorten wie Sauris und Timau haben sich alte deutschsprachige Sprachinseln gehalten.

Sehenswert

Natur & Stopps am Rande

Der Nordosten des Friaul gehört zu den Julischen Alpen. Rund um Tarvisio steigen die Straßen in ein Hochgebirge, das an Österreich und Slowenien grenzt. Die Landschaft wechselt hier von Weinbau in der Ebene zu Nadelwald und schroffen Kalkgipfeln auf engem Raum.

Der Tagliamento ist einer der letzten weitgehend naturbelassenen Wildflüsse der Alpen. Über weite Strecken zieht er sich in verzweigten Armen durch ein breites Schotterbett, das je nach Wasserstand ganz anders aussieht. Für einen Halt eignen sich die Brücken und Uferabschnitte, von denen man die verflochtenen Flussarme überblickt.

Bei Tarvisio liegen die Laghi di Fusine, zwei Bergseen unterhalb des Mangart-Massivs. Das Wasser ist klar und je nach Lichteinfall grün bis türkis. Weiter westlich bilden die Karnischen Alpen den langen Grenzkamm zu Österreich; ihre Pass- und Talstraßen sind das Rückgrat der Touren im Norden.

Ganz im Süden, an der Adria, liegt die Lagune von Marano und Grado. Marano Lagunare ist ein Fischerort am Rand des flachen Lagunengewässers, Grado eine Inselstadt mit frühchristlicher Basilika. Zwischen Sandbänken, Kanälen und Schilfflächen ist dies das Gegenstück zu den Bergen des Nordens.

Sehenswert

Genuss & lohnende Schlechtwetter-Stopps

Zwei Erzeugnisse stehen für das Friaul: der luftgetrocknete Prosciutto di San Daniele aus dem Ort San Daniele del Friuli und der Weißwein Friulano. Wichtiger Hinweis für Motorradfahrer: Weinproben und Fahren vertragen sich nicht. In Italien, Österreich und Slowenien gilt für Fahranfänger und Berufsfahrer ohnehin eine strengere Grenze; wer probieren will, plant nüchtern und verkostet nur, wenn die Maschine an dem Tag stehen bleibt.

Das Weinbaugebiet Collio zieht sich in sanften Hügeln entlang der Grenze bei Gorizia bis nach Slowenien. Die Region ist vor allem für ihre Weißweine bekannt. Für einen Zwischenstopp eignen sich die Ortschaften und Aussichtspunkte zwischen den Rebhängen.

Bei schlechtem Wetter lohnen die Museen der Städte: das Archäologische Nationalmuseum in Cividale del Friuli, die Sammlungen im Schloss von Udine, die frühchristlichen Mosaike von Aquileia unter Dach sowie das Burgmuseum in Gorizia. So bleibt auch ein Regentag im Friaul sinnvoll gefüllt.

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